Guide: Streaming Software

Zum Live-Streamen von Inhalten (wie z.B. Videospiele) über den Computer benötigt man eine Streaming Software. Für PCs gibt es mittlerweile einige Programme, die für das Streaming benutzt werden können. Im Kern dient jede dieser Softwares dem gleichen Zweck, es gibt aber ein paar Unterschiede zwischen den Programmen. Was genau die Unterschiede sind und welche Streaming Software sich am besten für dich eignet, erfährst du in diesem Guide.

OBS

OBS (Kurz für „Open Broadcaster Software“) ist wohl die bekannteste Streaming-Software auf dem Markt. Es gibt zwei verschiedene OBS-Versionen, die von vielen oft verwechselt werden: OBS bzw. OBS Classic und die „neue“ Version OBS Studio. Beide Versionen ermöglichen die Aufzeichnung und Live-Übertragung von Inhalten über einen PC. In OBS kann man verschiedene Szenen einrichten, die Bild- und Ton aus beliebigen Quellen einspeisen und übertragen. Mit OBS kann man Live-Streaming-Inhalte einfach organisieren und verwalten. Diese Inhalte können dann durch die Verknüpfung von OBS und der gewünschten Plattform (z.B. Twitch oder YouTube) mit einem „Streamingschlüssel“ live übertragen werden. Bildschirminhalte kann man auch offline aufnehmen, speichern und in verschiedenen Formaten exportieren. Die Idee für OBS stammt von Hugh Bailey. Das besondere an OBS ist vor allem, dass die Software ein Open Source Projekt ist und von jedem weiterentwickelt werden kann. Dadurch gibt es für die kostenlose Software viele Plug-Ins.

OBS bzw. OBS Classic ist die „alte“, erste Version von OBS. Diese Version wurde 2016 das letzte mal aktualisiert und damit offiziell eingestellt. OBS Classic ist nur für Windows verfügbar. Im Jahr 2014 wurde OBS mit „OBS Studio“ komplett neu entwickelt und um viele Funktionen erweitert. 

OBS Studio ist die aktuellste OBS-Software, die ursprünglich unter dem Namen „OBS Multiplatform“ releast wurde. Anders als OBS Classic ist die Studio-Version auch für Mac OS und Linux verfügbar. OBS Studio hat alle Features von OBS Classic, wurde aber um viele weitere Funktionen erweitert. Außerdem wurde für OBS Studio der Code von Grund auf neu geschrieben, um eine bessere und stabilere Nutzererfahrung auf allen Plattformen zu schaffen. In OBS Classic musste man viele Plug-Ins noch einzeln selbst installieren, bei OBS Studio sind viele Plug-Ins schon in die Software integriert. Zudem kann man in OBS Studio deutlich mehr Quellen hinzufügen. Das Einstellungsmenü wurde auch überarbeitet und enthält viele neue Einstellungsmöglichkeiten. Die Quellen in OBS Studio sind „global“, das heißt sie laufen jederzeit im Hintergrund und sind szenenübergreifend nutzbar. In OBS Classic mussten globale Quellen noch manuell eingerichtet werden. Man kann unter OBS Studio auch mehrere Desktop-, Audio- und Mikrofonquellen gleichzeitig einspeisen. Weitere Neuerungen in der Studio-Version sind diverse Audio-, Video- und Effektfilter, Szenenübergänge und das wichtigste: Der Studiomodus. Im Studiomodus lassen sich Szenen “hinter den Kulissen” während einer Übertragung aktualisieren. So können unbemerkt Live-Updates gemacht werden.

SLOBS

Streamlabs OBS (SLOBS) aus dem Hause Streamlabs ist eine Erweiterung von Open Broadcaster Software. SLOBS ist kostenlos und zeichnet sich vor allem durch eine schnelle Einrichtung aus. Die Streaming-Software soll als All-in-One-Anwendung das Live-Streaming einfacher machen. SLOBS ist für Windows und als App auf iOS und Android verfügbar. In SLOBS kann man Profile und Einstellungen aus OBS importieren, um einen Umstieg einfacher zu machen. Im Gegensatz zu OBS sind in SLOBS verschiedene Features wie Alerts, Chats oder Donation-Plug-Ins schon erhalten. Außerdem kann man seine Einstellungen automatisch durchführen und auf das jeweilige Gerät anpassen lassen. Wie in OBS kann man Inhalte live übertragen und auch direkt aufnehmen. Das Hochladen aufgenommener Videos wird durch die Anmeldung auf YouTube und Co. direkt in SLOBS einfacher gemacht. SLOBS hat ein Ingame-Overlay und eignet sich so auch für Streamer, die nur einen Monitor besitzen. Außerdem ist die integrierte Donation-Funktion frei von Gebühren. SLOBS ist ein gutes Gesamtpaket für Streamer, die alle wichtigen Funktionen in einem Programm haben wollen und möglichst schnell und einfach Inhalte aufzeichnen oder streamen wollen. SLOBS ist kostenlos, einige Erweiterungen sind aber nur im kostenpflichtigen „Streamlabs Prime“-Abo verfügbar.

XSplit

XSplit ist eine Live-Streaming und Video-Mixing-Software von SplitmediaLabs. Die Anwendung wird ähnlich wie OBS und SLOBS für Liveübertragungen und Videoaufzeichnungen verwendet. Es gibt zwei XSplit-Anwendungen: XSplit Broadcaster und XSplit Gamecaster. 

XSplit Broadcaster ist ein Videomischer, mit dem man verschiedene Quellen wie Videokameras, Bildschirm- und Spieleaufnahmen für eine Aufnahme mischen kann. Aus den Quellen kann man eine Produktion für das Live-Streaming erstellen. 

XSplit Gamecaster ist ein fertiges Live-Streaming und -Aufnahmeprogramm für Streamer, die sofort mit minimalem Setup und Aufwand mit dem Streaming beginnen wollen. XSplit gibt es als Free-Version und als kostenpflichtige Vollversion. Die kostenpflichtige Version besitzt mehr Funktionen und ermöglicht unter anderem eine höhere Auflösung bei der Aufzeichnung der Inhalte. XSplit besitzt eine intuitive, benutzerfreundliche Oberfläche, die die Einrichtung der Hardware erleichtern soll. 

Die Software hat eine große Auswahl an integrierten Overlays und Szenenübergängen. Um eine wirklich gute Produktion zu ermöglichen braucht man auf jeden Fall die Vollversion von XSplit (das alleine schon, um in Full HD aufzunehmen bzw. zu streamen). Auch zusätzliche Plug-Ins muss man bei XSplit bezahlen. Ähnlich wie SLOBS ist XSplit vorrangig für Einsteiger geeignet, die so schnell wie möglich mit dem Streaming beginnen wollen und wenig Zeit in die Einrichtung der Szenen inverstieren möchten. Die Vollversion von XSplit ist ein solides All-In-One-Paket mit vielen Funktionen und fertigen Overlays. 

Welche Software ist denn nun die beste?

Eigentlich ist die Antwort einfach: Alle genannten Streaming Softwares sind gut und haben ihre Daseinsberechtigung. Allerdings sprechen die verschiedenen Programme auch verschiedene Zielgruppen vom Einsteiger bis zum Profi an. SLOBS und XSplit sind gute Gesamtpakete, die für „Hobbystreamer“ geeignet sind, die einfach und schnell ihre Gameplays streamen wollen. OBS ist im Gegensatz zu seinen Konkurrenten eine Open Source Software und damit ein Community-Projekt, das komplett kostenlos und quasi unendlich erweiterbar ist. OBS ist jedoch auch von allen Programmen das komplizierteste und erfordert die meiste Arbeit beim Einrichten. Trotzdem ist OBS das Programm für Profis (oder die, die es werden wollen). Die Integration von Overlays, Alters, Donations und allem anderen ist in OBS mühsam, da all das nicht von Haus aus dabei ist. Auch das Treffen der Einstellungen ist nicht automatisiert und muss manuell gemacht werden. Gerade dadurch hat man in OBS aber ein Maximum an Individualisierungsmöglichkeiten und Professionalität. OBS eignet sich als einzige Software auch zur Verwendung auf dem Mac.

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